Halb geht nicht! – Claudia Schindler über den Change bei skejlo-Einführungen
Trusted Advisor für skejlo-Kunden: Wenn die eigentliche Reise erst beginnt
Der Tag, an dem skejlo live geht, fühlt sich oft wie ein Ziel an. Für Claudia ist er eine der ersten Etappen einer Reise. Als Trusted Advisor begleitet sie Kunden aus der Erneuerbaren-Energien-Branche dort, wo aus einer Software gelebte Praxis wird und ein Team sich neu ausrichten muss. Denn eine skejlo-Einführung ist für sie immer auch ein Change: Er gelingt nur, wenn alle mitziehen, und er braucht Zeit.
Im Interview erzählt Claudia, welches Branchenwissen Kunden von ihr erwarten, wo die größten Aha-Momente entstehen, warum sie bei zögerlicher Nutzung auf einen "Silent GoLive" statt auf den großen Stichtag setzt – und was sie persönlich daran antreibt, eine Branche zu begleiten, die für sie schlicht unsere Zukunft ist.
In welcher Phase der Zusammenarbeit kommst du ins Spiel?
Claudia Schindler: Bei manchen Kunden bin ich von Anfang an eingebunden, bei anderen steige ich später ein. In beiden Fällen ist mein Ausgangspunkt derselbe: skejlo bildet den vollständigen Lebenszyklus eines Energieparks ab, von der ersten Idee über Flächenakquise, Bauplanung und Grundstückssicherung bis zum Abbau oder Repowering.
Meine eigentliche Aufgabe beginnt spätestens dort, wo aus der Software gelebte Praxis wird, dort wo Prozesse sich verändern, eingespielte Arbeitsweisen hinterfragt werden und ein Team sich neu ausrichten muss. Ich begleite Kunden durch genau diesen Übergang. Meine Beratung geht dann von Transformation und Prozessoptimierung, zu Digitalisierung und Automatisierung, bis zu unserem Produkt selbst. Und mit dem Go-Live endet meine Rolle nicht. Ich bleibe verlässliche Ansprechpartnerin, wir optimieren gemeinsam weiter und entwickeln die Lösung kontinuierlich mit dem Unternehmen weiter.
Du sprichst täglich mit Kunden, die skejlo bereits nutzen. Was treibt Unternehmen der Erneuerbaren in diesen Gesprächen am stärksten um?
Claudia Schindler: Was in diesen Gesprächen fast immer durchklingt: Der Wunsch nach jemandem, der die Branche und die konkreten Themen der Kunden wirklich kennt. Das kann Flächenakquise und Genehmigungsverfahren sein, bei anderen steht die Betriebsführung im Fokus, so wie bei einem Kunden gerade eben, wo genau das der zentrale Punkt war. Der Fokus ist von Kunde zu Kunde unterschiedlich, aber die Erwartung dahinter immer gleich: Branchenwissen, nicht nur Produktwissen! Die zweite Erwartung: ein Produkt, das wirklich entlastet, damit sich Teams auf ihr Kerngeschäft konzentrieren können – also auf die Energiewende, nicht auf die Software.
Was am Ende bleibt, geht über Funktionen und Prozesse hinaus. Meine Kunden haben den Wunsch nach einem Partner auf Augenhöhe, mit dem man auch eine unfertige Frage stellen kann, ohne sich rechtfertigen zu müssen. Genau da setze ich an, um Klarheit zu schaffen, wo Komplexität den Blick verstellt. Wenn aus einer fachlichen Anfrage echtes Vertrauen wird, spüre ich den eigentlichen Erfolg meiner Arbeit.
Wie läuft so ein Onboarding für einen Kunden ab?
Claudia Schindler: Am Anfang steht bei uns immer der Projekt-Kompass. Das ist ein initialer Workshop, in dem wir gemeinsam mit dem Kunden Klarheit und Struktur für die Einführung schaffen. Wir lernen uns kennen, tauchen tief in die bestehenden Prozesse und Voraussetzungen ein, bevor überhaupt über Software gesprochen wird. Der eigentliche Aha-Moment kommt meistens etwas später, wenn Kunden merken, dass hier viel mehr passiert als eine Systemeinführung, dass es ein echter Change- und Transformationsprozess ist.
Wo es dagegen häufig hakt, ist eine ganz menschliche Ambivalenz: Mehr Standardisierung, Zentralisierung und Transparenz sind einerseits genau das, was gebraucht wird. Andererseits ist die Sorge dahinter für mich absolut nachvollziehbar. Wer jahrelang mit der eigenen Excel-Liste gearbeitet hat, hat sich dort ein sicheres Stück Arbeitsalltag aufgebaut. Wenn diese Daten plötzlich Teil einer gemeinsamen Plattform werden, die alle sehen, ist das erstmal ein echter Vertrauensvorschuss, den man Mitarbeitenden abverlangt. Diese Sorge nehme ich sehr ernst. Segen und Fluch liegen hier nah beieinander. Der technische und organisatorische Fortschritt ist die eine Seite. Die Menschen mitzunehmen, ist die andere.
Woran erkennst du, ob skejlo bei einem Kunden wirklich im Arbeitsalltag angekommen ist?
Claudia Schindler: Bei uns ist „ein bisschen genutzt" gar nicht vorgesehen. skejlo wird zur zentralen Komponente und löst die Altlösungen ab. Das ist der Change: Halb geht nicht. Wenn ich merke, dass die Nutzung nach dem Start noch zögerlich ist, entwickle ich mit dem Kunden einen individuellen Plan zur Integration in den Arbeitsalltag. Da arbeite ich nach dem Prinzip des Silent GoLive, also einer bewusst leisen, schrittweisen Umstellung statt eines großen, sichtbaren Stichtags.
Nicht alles auf einen Schlag, sondern Schritt für Schritt: mal Projekt für Projekt, mal Abteilung für Abteilung. Bei einem Kunden haben wir zuerst die Abteilungen für Akquise und Flächensicherung migriert, weil dort die frühen Projektphasen liegen. Ein Mitarbeiter aus genau diesem Team hat mir später gesagt: "Ich hab's den Kollegen aus dem Vertragsmanagement gezeigt, bevor die überhaupt selbst mit skejlo gearbeitet haben." Genau so trägt sich der Change im Unternehmen weiter. Nicht, weil ich es erkläre, sondern weil die ersten Nutzer selbst zu Botschaftern werden. So bekommt die Organisation die Zeit, die sie braucht.
„Am Ende zählt nicht, wie viel von skejlo ein Kunde nutzt, sondern wie viel wirksamer sein Tagesgeschäft dadurch wird."
Erneuerbare Energien bedeutet: komplexe Projekte, lange Laufzeiten, viele Beteiligte. Wie passt du deine Beratung an diese spezifischen Anforderungen der Branche an?
Claudia Schindler: Erneuerbare-Energien-Projekte ziehen sich über Jahre und Ansprechpartner wechseln fast zwangsläufig. Das macht ein Risiko besonders wahrscheinlich: Kopfmonopole, also Wissen, das an einzelnen Personen hängt und mit ihnen geht, wenn sie das Projekt verlassen. Ein Beispiel aus der Praxis: Ein Gutachten wird ein zweites Mal in Auftrag gegeben, weil die Notizen dazu nie geteilt wurden und niemand mehr weiß, dass es die Auswertung schon gab. Übergaben sind hier die Regel, nicht die Ausnahme. Ich richte meine Beratung auf maximale Präzision in Prozessen, Standards und Dokumentation aus. skejlo kann das abbilden.
Welches Feedback aus der Praxis hat skejlo als Produkt am stärksten vorangebracht?
Claudia Schindler: Ich beobachte genau, wo Kunden im Alltag an Grenzen stoßen. Daraus formuliere ich Anforderungen an das Produkt, oft bevor Kunden diesen Bedarf selbst äußern. Ein gutes Beispiel: der Wunsch, mit skejlo wie mit einem persönlichen Assistenten zu sprechen. Einem Assistenten, der das eigene Projekt kennt und im Dialog Auskunft gibt. Genau diese Idee ist inzwischen als KI-Unterstützung fest im Produkt verankert.
Was mich dabei besonders freut: Der Weg von einer Kundenidee zum fertigen Feature ist bei uns kurz. Ein Wunsch aus einem einzelnen Kundengespräch kann schnell zu einer echten Produktfunktion werden. Und die landet dann nicht nur bei diesem einen Kunden. Sie wird Standard für alle.
Was rätst du Unternehmen, die skejlo gerade einführen, damit sie von Anfang an den größten Nutzen ziehen?
Claudia Schindler: skejlo einzuführen heißt, einen echten Transformationsprozess anzunehmen. Die Menschen müssen umdenken. Weg von Excel, weg von dem Gedanken, alles selbst wissen und kontrollieren zu müssen. Man gibt ab, und das erfordert Vertrauen: ins Team, in den Prozess, ins Werkzeug, in die Daten. Der wichtigste Punkt überhaupt.
Wie sich das anfühlt, wenn es gelingt, hat mir ein Kunde nach der Einführung selbst gesagt. Er müsse sich jetzt endlich nicht mehr ums Suchen und Finden kümmern, die Daten sind einfach da. Konkret rate ich deshalb zu einem Tempo, das zur Organisation passt. Lieber Projekt für Projekt oder Abteilung für Abteilung einführen, als alles auf einmal zu stemmen. Der Silent GoLive ist eine Variante dieses Changes. Wer sich diese Zeit von Anfang an einplant und den Vertrauensschritt mitdenkt, zieht den größten Nutzen aus der Einführung.
Was motiviert dich persönlich daran, Kunden in der Branche der Erneuerbaren Energien zu begleiten?
Claudia Schindler: Erneuerbare Energien sind unsere Zukunft. Wir haben nur diese eine Welt, und wir müssen sie schützen, damit sie für die nächsten Generationen ein lebenswerter Ort bleibt. Jeder Energiepark, der durch meine Begleitung schneller ans Netz geht, ersetzt ab diesem Tag fossile Energie durch eine saubere Alternative. Jeder Monat, den wir im Projekt gewinnen, ist gelebter Klimaschutz. Genau da wird meine Arbeit für mich greifbar: Ich sitze nicht am Rand, ich beschleunige den Wandel aktiv mit. Daran mitzuwirken, auch wenn es nur ein kleiner Teil im großen Ganzen ist, motiviert mich zutiefst.
Ich mag es, Projekte zu managen, jemanden auf seinem Weg zu begleiten und mit ihm zu einem echten Tandem zu werden.
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